Rissveds und Boichis triumphieren Cross Country Bewerb

Sonntag, 14.06.2026

Rissveds und Boichis triumphieren Cross Country Bewerb

20.000 Fans feiern Mountainbike-Fest in Saalfelden Leogang

Mit dem  ersten Leogang-Sieg der schwedischen Weltmeisterin Jenny Rissveds auf der  olympischen Cross-Country-Distanz, dem Premierenerfolg des Franzosen Adrien  Boichis bei den Herren sowie dem Enduro-Weltcup und den Enduro Open ging  am Sonntag das erste Vierfach-Event der Saison der WHOOP UCI Mountain Bike  World Series in Saalfelden Leogang zu Ende. Mehr als 20.000 Fans, 820  Athlet:innen aus 43 Nationen und packende Entscheidungen in Cross-Country  Olympic, Short Track, Downhill und Enduro machten das Weltcup-Wochenende in  Österreichs größter Bike-Region Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn erneut  zu einem Mountainbike-Fest der Superlative.

Saalfelden Leogang hat seinem Ruf als einer der wichtigsten Mountainbike-Standorte im internationalen Rennkalender einmal mehr alle Ehre gemacht. Vier Tage lang stand die Region ganz im Zeichen der WHOOP UCI Mountain Bike World Series – mit Weltcupentscheidungen in Downhill, Cross-Country Olympic, Short Track und Enduro, großen Emotionen und tausenden Fans.

Am Sonntag gehörte die Bühne den olympischen Cross-Country-Bewerben. Bei den Elite-Damen wurde das Rennen zur neuerlichen Schlammschlacht: Regen, Matsch, Stürze und schwierige Bedingungen verlangten den Fahrerinnen alles ab. Jenny Rissveds ließ sich davon nicht beirren. Nach einer turbulenten Startphase übernahm Rissveds früh das Kommando bestimmte das Rennen von Beginn an, fuhr über weite Strecken in einer eigenen Liga und spulte ihr Tempo auf der technisch und physisch anspruchsvollen Strecke beeindruckend konstant ab. Nach mehreren zweiten Plätzen in Saalfelden Leogang gelang ihr damit auf der olympischen Distanz der lang ersehnte erste Sieg an diesem Weltcup-Standort. 

Hinter Rissveds entwickelte sich ein intensiver Kampf um die weiteren Podestplätze. Vorjahres-Doppelsiegerin Puck Pieterse (NED) und Alessandra Keller (SUI) lieferten sich über mehrere Runden ein enges Duell, ehe sich die Niederländerin in der Schlussphase entscheidend absetzen konnte. Keller durfte sich als Dritte dennoch über einen besonderen Meilenstein freuen: Für die Schweizerin war es bereits die 20. Podiumsplatzierung im Weltcup.

Aus österreichischer Sicht zeigte Mona Mitterwallner eine starke Leistung. Die Tirolerin machte kontinuierlich Boden gut und kämpfte sich in der Schlussphase noch in die Top Ten. „Ich bin nicht da, wo ich sein möchte, aber ich habe mir gedacht, ich muss vor allem beim Heimweltcup alles zeigen, was ich habe, und eine gute Performance hinlegen“, resümierte Mitterwallner nach dem Rennen. Laura Stigger erwischte zunächst einen starken Start, verlor nach Problemen im Wald jedoch den Anschluss und musste in weiterer Folge kontinuierlich Boden preisgeben. Letztlich landete sie auf Rang 27. Auch XCC-Siegerin Sina Frei hatte im Rennen zu kämpfen und landete nach mehreren Stürzen und einem Reifenwechsel auf Rang neun.

 

Boichis jubelt, Riley rückt nach – Bair mit Karrierebestleistung
Mehr Sonnenschein, aber nicht weniger Spannung gab es anschließend bei den Herren. Das Rennen entwickelte sich auf den finalen Runden zu einem französisch geprägten Katz-und-Maus-Spiel an der Spitze. Mathis Azzaro, Luca Martin und Adrien Boichis lieferten sich einen packenden Dreikampf und gingen zu dritt in die finale der sechs Runden. Dort belauerten sich die drei zunächst, ehe Boichis am finalen Anstieg zu einem brutalen Antritt ansetzte. Mit seiner Attacke riss er die entscheidenden Lücken auf und fuhr schließlich zu seinem ersten Weltcupsieg. Dahinter schien zunächst ein rein französisches Podium möglich, doch nach dem Rennen kam es noch zu einer entscheidenden Änderung im Ergebnis: Der zweitplatzierte Mathis Azzaro wurde wegen falscher Linienwahl in der Tech Zone, einer neuen Regel in dieser Saison, disqualifiziert. Davon profitierten der US-Amerikaner Bjorn Riley, der auf Rang drei vorrückte und Luca Martin (FRA), der nun den zweiten Rang einnehmen konnte. Es ist das nächste Leogang-Podium, nachdem er am Freitag auf Rang drei gelegen hatte und die Weltcup-Gesamtführung für den Franzosen.

Bester Österreicher wurde Mario Bair auf Rang 18. Für ihn bedeutete dieses Resultat zugleich sein bislang bestes Weltcupergebnis und einen starken Auftritt vor heimischem Publikum: „Vor Heimpublikum, meinen Eltern, nach diesem schwierigen Jahr und auf dieser anspruchsvollen Strecke ist es einfach nur unglaublich, mein bestes Weltcupergebnis eingefahren zu haben“, so Bair. Max Foidl hatte zu Beginn des Rennens eine engagierte Vorstellung gezeigt und sich zunächst in der vorderen Verfolgergruppe gehalten, landete letztlich hinter Bair auf Rang 23. 

 

Embacher bestätigt starke Form – Deutscher Schehl feiert perfektes Leogang-Wochenende
Bereits am Vormittag hatte Katrin Embacher aus österreichischer Sicht für einen starken Auftakt in den Cross-Country-Tag gesorgt. Nach ihrer Podestplatzierung im Cross Country-Short Track bestätigte sie auch auf der olympischen Distanz ihre Form und fuhr im U23-Rennen der Damen auf Rang vier. Den Sieg sicherte sich die italienische Weltcupführende Valentina Corvi. Rang zwei ging an Fiona Schibler. Rang drei an Monique Halter. Bei den U23-Herren durfte Paul Schehl über ein perfektes Leogang-Wochenende jubeln: Nach seinem Sieg im Cross Country Short Track legte der Deutsche auch am Sonntag nach und feierte damit sein erstes Weltcup-Double. Die weiteren Ränge gingen an zwei Franzosen: Alix Andre-Gallis und Nael Rouffiac.

 

RESÜMEE: Mehr als 20.000 Fans und 820 Athlet:innen aus 43 Nationen
Mit den Cross-Country-Olympic-Entscheidungen ging am Sonntag ein besonderes Jubiläumswochenende in Saalfelden Leogang zu Ende. Mehr als 20.000 Zuschauer:innen kamen an den Veranstaltungstagen in die Region, allein am Downhill-Samstag wurden rund 15.000 Fans gezählt. Insgesamt kämpften 820 Athlet:innen aus 43 Nationen um Weltcup-Punkte und Podestplätze. Pro Tag waren rund 350 freiwillige Helfer:innen im Einsatz, gemeinsam mit allen Mitarbeiter:innen waren täglich mehr als 500 Personen mit der Abwicklung der Veranstaltung beschäftigt.
 
Die Zahlen unterstreichen die Bedeutung von Saalfelden Leogang im internationalen Mountainbike-Kalender. Der EPIC Bikepark Leogang feiert heuer sein 25-jähriges Bestehen, der Weltcup machte bereits zum 15. Mal in der Region Station. 
 
Die langfristige Zusage bis mindestens 2030 schafft Planungssicherheit für die Weiterentwicklung des Weltcup-Standorts. „Durch die fixe Zusage sind nachhaltige Investitionen möglich. In diesem Jahr haben wir nach Rücksprache mit den Athlet:innen rund 200.000 Euro in die Cross-Country-Strecke investiert – unter anderem in Steinfelder und spezielle Rasengitter, damit auch bei Schlechtwetter spannende und faire Rennen möglich sind. Diese Adaptionen sind sehr positiv aufgenommen worden und passieren auch schon mit Blick auf die WM 2028“, so Marco Pointner, CEO der Saalfelden Leogang Touristik GmbH und Veranstalter der WHOOP UCI Mountainbike World Series.
 
Neben den sportlichen Entscheidungen sorgten zahlreiche Sideevents, Signing Sessions sowie die Expo & Team Area für Stimmung abseits der Rennstrecken. „Wir geben seit Jahren alles, um für Fans, Athlet:innen und Teams ein außergewöhnliches Event auf die Beine zu stellen. Dass wir erneut so viele Mountainbike-Begeisterte begrüßen durften, ist eine großartige Bestätigung für die harte Arbeit aller Beteiligten“, so Kornel Grundner, Geschäftsführer der Leoganger Bergbahnen GmbH und Veranstalter der WHOOP UCI Mountainbike World Series.
 
Mit dem Jubiläum des EPIC Bikepark Leogang, dem 15. Weltcup-Gastspiel und der langfristigen Perspektive bis mindestens 2030 setzte Saalfelden Leogang an diesem Wochenende ein weiteres starkes Ausrufezeichen.